Hochleistung

 

Die sogenannten Turbohochleistungskühe, wie sie in den USA üblich sind, produzieren noch effizienter. Mit Hilfe von Gentechnologie und Embryonentransfers werden sie von einer Leihmutterkuh ausgetragen, später besamt und mittels Hormonen in ihre erste und einzige etwa 18 bis 30 Monate andauernde Laktation gezwungen, in denen sie etwa 18.000 Kilogramm Milch liefern, bevor sie nach über 40 Monaten, mit etwa 3,5 Lebensjahren geschlachtet werden (1).

 

Der Endpunkt der „vernutzenden“ Tier- und Milchproduktion ist das Klonen von Tieren mittels somatischem Zellkerntransfer. Es bedeutet die totale Kontrolle über die Tiere. Eingriffe in Zellstrukturen und genetische Codes erschaffen Lebewesen als Gestalt gewordene Manipulation (2).

 

Obwohl Klonen daher ethisch kaum zu rechtfertigen ist, die gesundheitlichen Auswirkungen für Tiere ungeklärt und Folgen des Konsums von Produkten geklonter Tiere bis heute hoch umstritten sind, bestätigte die EU-Lebensmittelbehörde im Juli 2012 erneut die Unbedenklichkeit von Lebensmitteln geklonter Tiere. Damit können diese weiterhin auf den Markt gebracht werden, wenn zuvor eine Genehmigung erteilt wurde und Fleisch sowie andere Produkte von deren Nachkommen auch ohne Kennzeichnung verkauft werden. So scheint die EU die Zulassung von Produkten geklonter Tiere und ihrer Nachkommen weiter voranzutreiben (3).

 

 

 

 

 

1 Maria Rollinger: Milch besser nicht, Erfurt 2004, S. 97.

 

2 Maria Rollinger: Milch besser nicht, Erfurt 2004, S. 100.

 

3 Nachdem in der EU schon 2011 kein Kompromiss zwischen Parlament und Kommission sowie einigen Mitgliedsländern gefunden werden konnte, blieb damit auch 2012 die alte Regelung in Kraft. EFSA, Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, 5.7.2012, Link.

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