Bestandsaufnahme

 

Trotz all der Gründe gegen den Milchraub steigt der Milchkonsum weltweit an. Bis ins 19. Jahrhundert hinein herrschte noch ein natürlicher Ekel vor unverarbeiteter, unbehandelter, warmer, frischer Tiermilch vor.

 

Die Entfremdung von der Landwirtschaft sowie die Trennung zwischen Erzeugung und Verbrauch stellen die notwendige Distanz zum „Produkt“ Milch her, die mit der industriellen Verarbeitung, der Propaganda durch Werbung und Lobbyismus, die bekannten Vorurteile verursachen und den massenhaften Konsum erst ermöglichen.

 

Heute hat sich ein Verhältnis zu Tieren durchgesetzt, die sie als reine Ware betrachtet.

 

Die Anonymisierung der Opfer und die massenhafte industrielle Tierhaltung und Tiertötung, die weit entfernt und unzugänglich für fast alle Menschen stattfindet, verhindert jegliche Vorstellung von den Vorgängen hinter der „Konsumgüterproduktion“.

 

Die unkritische Übernahme von Traditionen und gesellschaftlichen Normen jedes einzelnen Menschen trägt dazu bei, diese Zustände aufrechtzuerhalten. Denn mit der Akzeptanz von Mehrheitsmeinungen und dem naiven Vertrauen darauf, was die Mehrheitsgesellschaft tut, könne nicht grundsätzlich falsch sein, wird die Verantwortung abgegeben. Autonomes Denken und eigene Urteilsbildung werden aufgegeben und sämtliche Tatsachen ignoriert. Mit der Billigung und Unterstützung dieser Vorgänge werden Mitleid und Empathie so gesellschaftlich bis zur Zerstörung normiert und gegenüber Tieren gänzlich aberzogen.

 

Milchkühe und alle anderen Tiere, die zu menschlichen Verfügungs- und Genusszwecken gehalten und getötet werden, werden nicht nur zu Produktionseinheiten degradiert. Sie werden ihrer Freiheit, ihrer Würde und ihres Lebens beraubt. Ihre Persönlichkeit, ihre Charaktere, ihre Wünsche, ihr Leiden und die Tatsache, dass sie sich in Individualität, der Vielfalt ihrer Bedürfnisse und auch ihrer Leidensfähigkeit nicht von Menschen unterscheiden, werden ignoriert und verdrängt.

 

Mit der Akzeptanz dieser Verhältnisse, die eine Kette von Ausbeutung erzeugen, an deren unterster Stelle die Tiere stehen, wird eine Gesellschaft hervorgebracht und aufrechterhalten, die auf Gewinnstreben, Bevormundung und Unterdrückung basiert. Indem sich Menschen diesem widerspruchslos anpassen und selbst von Ausbeutung profitieren, wird ein Gewaltverhältnis manifestiert, das nicht zu ertragen ist und dem daher nur mit Verdrängung oder Protest begegnet werden kann.

 

 

Alternativen

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